Generelles


Die Aufnahme eines Kindes erfolgt auf Antrag der Eltern unabhängig von deren Vermögensverhältnissen und ihrem sozialen Status. Erwünscht sind Kinder und Eltern jeder Nationalität, Religionszugehörigkeit und Geschlechteridentität. Aufgrund der inklusiven Ausrichtung der Schule, die grundlegend alle Menschen als individuell und sich von anderen unterscheidend begreift, werden Kinder mit besonderen Bedürfnissen ebenfalls beschult. Ausschlaggebend für die Entscheidung einer Aufnahme eines jeden Kindes – ganz unabhängig von der Notwendigkeit zusätzlicher Unterstützung – sind die vorhandenen Ressourcen mitsamt des Passungsverhältnisses zu der bereits bestehenden Schüler*innengruppe.

Die Aufnahme von Schülern ist jederzeit im Jahresverlauf möglich. Kinder, die noch nicht schulpflichtig sind, können bei entsprechenden Voraussetzungen ebenfalls flexibel einsteigen.



Der Ablauf 

1. Kennenlernen

Die Aufnahme richtet sich grundsätzlich an den individuellen Bedürfnissen des Kindes in Abgleich mit den vorhandenen Kapazitäten (Personal- und Raumkapazität, Finanzielle Situation der Schule, Gruppenstruktur) aus. Es finden mindestens ein Kennenlerngespräch und ein Aufnahmegespräch mit den Eltern statt. Das Kennenlerngespräch findet mit oder ohne das Kind statt, in mindestens einem Gespräch jedoch sollen Eltern und Kind zusammen erlebt werden. In der Folge kann das Kind ohne Eltern – insofern es zustimmt – mit in die Schulräume kommen. Eingeladen zu einer Beschäftigung nach eigenem Wunsch, wird das Kind in Interaktion mit einer Lernbegleiterin, mit anderen Kindern oder alleine dabei beobachtet, wie sich sein Umgang mit einem offenen Lernangebot darstellt. Das Elterngespräch dient insbesondere der Einschätzung des Wissens der Eltern in Bezug auf die Bedeutung der Entscheidung für die Freie Inklusive Schule Hochheim und dient der Abschätzung ihrer Haltung in der Erziehung und der zu erwartenden Begleitung ihres Kindes an der Schule. Hierzu zählt neben pädagogischen Aspekten auch eine Abschätzung des zu erwartenden Elternengagements im Rahmen des Schulalltags, bei Festen usw. Auch der Umgang mit dem Kind spielt in diesem Gespräch eine Rolle. Zusätzlich zu diesem Kennenlerngespräch füllen die Eltern einen Fragebogen aus, in dem sie aus ihrer Sicht die Entwicklung ihres Kindes, seine Vorlieben, Schwierigkeiten und Eigenarten beschreiben. Ein solcher Fragebogen wird, leicht variiert, auch unter Einverständnis der Eltern an die vorigen Betreuungsinstitutionen gesendet, sodass auch andere Perspektiven der Entwicklung des Kindes transparent werden.

2. Elternkurs

Ganz zentral für die Entscheidung einer Aufnahme sind die Einschätzungen der Haltung der Erwachsenen gegenüber ihrem Kind und ihrer Erwartungen an seine schulische Laufbahn. Erwartungen von Schulseite an die Eltern und elterliche Erwartungen an das Setting der Freien Inklusiven Schule Hochheim sollen transparent gemacht und aufeinander abgestimmt werden. Es wird nicht erwartet, dass alle Eltern schon im ersten Kennenlerngespräch die im pädagogischen Konzept beschriebene Haltung, die an der Schule untereinander leitend werden soll, in ihrer Familie leben. Von Bedeutung ist aber eine Flexibilität der Eltern, eigene Denk- und Handlungsmuster zu reflektieren und womöglich auch eigene Verhaltensweisen kritisch zu betrachten, die der Entwicklung der Kinder nicht zuträglich sind. Die Es ist wichtig, dass die Eltern – um ihre Kinder gut begleiten zu können –Normalitätserwartungen auch aus ihrer eigenen Kindheit reflektieren und sich teilweise gezielt von ihnen verabschieden können. Um die Eltern in diesem Prozess gut zu begleiten und damit sie ihre Kinder angemessen in ihren Lernerfahrungen an der Freien Schule begleiten und sie unterstützen können, wird von allen Eltern erwartet, dass sie einige Monate vor Schuleintritt des Kindes an Einstiegskursenteilnehmen. Diese dienen der Vorbereitung auf die Schule für die Eltern und reflektieren ihren Anteil an einem erfolgreichen Bildungsverlauf ihrer Kinder sowie ihre Perspektive auf ihr Kind und auf sich selbst. Die Kursleiterinnen sollen hier als Sparringspartner bzw. Coachs wirken, die bereits vorhandene Lösungswege für Probleme im Rahmen der Begleitung der Kinder identifizieren und helfen, diese weiterzuentwickeln.

Ein aus 8 Teilen zu je 3 Stunden bestehender Kurs verfolgt zudem die folgenden konkreten Lernziele für die Eltern: Das Erlernen und Begreifen der Bedeutung und der Tragweite der im pädagogischen Konzept beschriebenen 4 Werte von Jesper Juul. Dies erfolgt einerseits theoretisch, andererseits jedoch entlang zahlreicher lebensnaher Beispiele aus dem Familienalltag oder Lernsituationen in Freien Schulen bzw. in der kindlichen Lebenswelt. In Rollenspielen werden verschiedene Möglichkeiten des Umgangs erlebt und dabei auch die Erfahrungsräume der Kinder erkundet. Auf diese Weise lernen die Eltern, sich empathischer in ihre Kinder einzufühlen und sich den Folgen ihres erzieherischen Handelns und dem Wert einer liebevollen, unterstützenden Begleitung bewusst zu werden. Auch das Bewusstsein für Lernerfahrungen, die unbemerkt und quasi nebenbei verlaufen und mithilfe welcher Bausteine Eltern diesen gewahr werden und sie unterstützen können, wird geschärft und entlang von Beispielen sichtbar gemacht. Schließlich wird das Ziel verfolgt, dass die Eltern sich ihrer Bedeutung in den kindlichen Entwicklungsprozessen, auch im Rahmen der Schule bewusst werden. Dies erfolgt, indem eine gelingende Zusammenarbeit zwischen Lernbegleiter*innen und Eltern besprochen und angelegt wird, die ihren Fokus auf eine potenzialausschöpfende Entwicklung des Kindes legt. Das Vertrauen der Eltern in ihre Kinder und ihre selbstgesteuerten, aber gut begleiteten und unterstützten Entwicklungsprozesse der Kinder soll gestärkt werden. Dabei ist ebenso wichtig, dass die Eltern sich selbst vertrauen und Unsicherheiten und Unwägbarkeiten zulassen und darüber sprechen. Wichtig ist auch, dass die Eltern sich ihrer Verantwortung bewusst werden, sie jedoch von Bereichen zu unterscheiden lernen, die dem kindlichen Verantwortungsbereich zuzurechnen sind (s. hierzu auch Jesper Juul „Dein kompetentes Kind“). Am Ende des Kurses sind die Eltern nicht nur theoretisch-abstrakt, sondern ganz konkret und an ihrer Lebenswelt orientiert, mit dem schulischen Konzept, seiner Sinnhaftigkeit, der in ihm angelegten Haltung und deren Umsetzung sowie seinem Wert vertraut. Die Eltern entscheiden sich außerdem bewusst für die Teilhabe an der soziokratischen Organisationsstruktur der Freien Inklusiven Schule Hochheim. 

3. Vorschulkurs

Auch die Kinder sollen vor Schuleintritt einen Vorbereitungskurs durchlaufen. Dieser besteht darin, dass sie mehrfach (mindestens 5 Mal) in die Schule kommen, um am Schulalltag teilzunehmen und erste Erfahrungen mit selbstbestimmtem Lernen im schulischen Setting machen. Auf diese Weise machen sie sich mit den anderen Kindern, den Lernbegleiter*innen, den Lernmaterialien, Räumlichkeiten und Strukturen vertraut. Die Lernbegleiter*innen haben einen besonderen Fokus auf das Kind, um potenziellen Schwierigkeiten bei der freien Gestaltung und autonom gestalteten Lernprozessen schon vor Schuleintritt gewahr zu werden und um in der Folge bei Schuleintritt dafür sorgen zu können, dass der Schulraum gemäß der kindlichen Interessen mit vorbereiteten Materialien und Angeboten ausgestattet ist. Zusätzlich werden Kinder, die an der Schule zu Beginn eines Schuljahres angenommen werden, in kleinen Gruppen nachmittags einen ebenfalls 8-malig stattfindenden Kurs besuchen, in dem sie andere Kinder und die Lernbegleiter*innen besser kennenlernen können und ihre Interessen entdeckerisch vertiefen und weiterentwickeln können. Wenn die Schule dann beginnt, ist sie für das Kind keine bloße Projektionsfläche mehr, sondern es kann sich durch eine realistische Einschätzung auf Basis selbstgemachter Erfahrungen voller Vertrauen und frohen Mutes auf seinen neuen Alltag einlassen. 

In Ausnahmefällen und bei nachvollziehbaren Gründen, besuchen Kinder und Eltern die Einstiegskurse in die Schule nach erfolgter Aufnahme. Insbesondere die Elternkurse jedoch sind unerlässlich und aus den oben erläuterten Gründen obligatorischer Bestandteil eines jeden Aufnahmeprozesses.

4. Referenzen

Wir möchten gerne die gesamte Entwicklung der uns anvertrauten Kinder im Blick haben. Daher bitten wir den Kindergarten / die Tagespflegeperson / die Grundschule, die ein Neuankömmling vorher besucht hat, um Referenzschreiben, in denen ein umfassendes Bild des Kindes gezeichnet wird. Je nach zeitlicher Ressourcenlage des pädagogischen Teams, werden wir selbst dort vorstellig werden, um dies in einem persönlichen Gespräch zu klären, evtl. sogar zu hospitieren. So möchten wir die Möglichkeit erhalten, auch andere als die elterlichen Perspektiven auf die Entwicklung des Kindes zu erkennen und daraus womöglich Schlüsse zu heutigen Unterstützungsbedarfen ziehen zu können. 


Formulare

Interessensbekundung für Schulanmeldung

Beitrittserklärung zum Vereinseintritt

Das Aufnahmeprozedere

Generelles Die Aufnahme eines Kindes erfolgt auf Antrag der Eltern unabhängig von deren Vermögensverhältnissen und ihrem sozialen Status. Erwünscht sind Kinder und Eltern jeder Nationalität, Religionszugehörigkeit und Geschlechteridentität. Aufgrund der inklusiven Ausrichtung der Schule, die grundlegend alle Menschen als individuell und sich von anderen unterscheidend begreift, werden Kinder mit besonderen Bedürfnissen ebenfalls beschult. Ausschlaggebend für die Entscheidung einer Aufnahme eines jeden...

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